
Geschichten aus dem Schuhkarton

Spannende Tage im Radsport liegen hinter uns. Der Olympia-Sportverein in Amsterdam, der den größten jemals in diesem Land ausgetragenen Wettbewerb initiiert hat, kann mit Stolz auf die vergangene Woche zurückblicken.
So beginnt der Artikel in der „Revue der Sporten“, Band 3, vom 25. August 1909. In diesem Jahr fanden Paris-Roubaix zum 14. Mal und die Tour de France zum 7. Mal statt. Der Artikel handelt von der ersten Ausgabe der Tour de la Netherland. Dies war die erste Tour dieser Art, da der Minister bis dahin Straßenrennen in den Niederlanden verboten hatte. Der ASC Olympia organisierte die Tour. Er existiert noch heute und ist der älteste Radsportverein der Niederlande. Die Tour sollte drei Tage dauern, vom 19. bis 22. August. Das Rennen startete am Donnerstagmorgen in Mokkum (Amsterdam) und führte nach Maastricht. Chris Kalkman fuhr die 249 km in 10 Stunden, 42 Minuten und 5 Sekunden. Am Freitag fuhr er weiter nach Groningen, und nach einem Ruhetag und einer Feier erreichte er am Sonntag das Ziel in Amersfoort. Der damals 21-jährige Chris gewann die erste Tour de la Netherland. Wenn man sich die Fotos der Fahrräder und Straßen ansieht, sind diese Leistungen wirklich unglaublich. Viele Fahrer fuhren damals auf Rover-Rädern. Damals lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei Paris-Roubaix bei 30 km/h. Heute sind es etwa 42 km/h. Nicht vergleichbar, aber immerhin.
Diese Geschichten wurden jahrelang in der Familie erzählt. Und irgendwie hat es mich bis vor zehn Jahren nie wirklich zum Radfahren motiviert. Aus diesen Familiengeschichten geht hervor, dass Chris verrückt nach Apfelsirup war. Das führte später dazu, dass mein Vater (der im Zweiten Weltkrieg aufwuchs) Apfelsirup nicht mochte. Tja, manche Dinge überspringen wohl eine Generation. Ich bin auch verrückt nach Apfelsirup. Zu Ehren von Chris haben wir einen leckeren Apfel-Zimt-Riegel kreiert. Aber genug der Werbung.
Zurück zu den Radsportpionieren. Chris wiederholte seinen Sieg 1914. Diesmal fand das Rennen in Belgien statt, da Straßenradfahren in den Niederlanden erneut verboten war. Der Erste Weltkrieg tobte. Radsportler wie Van der Wiel, Blekemolen, die Van-Nek-Brüder und Jaap Eden auf der Bahn zählen zu den ganz Großen. Wir als Familie sind stolz auf die Leistungen unseres Großvaters. Später gründete Chris ein Ambulanzunternehmen und arbeitete mit der KLM zusammen, um liegende Patienten zu transportieren. Aber das ist eine andere Geschichte. Als Radfahrer trug er den Spitznamen „Dinosaurier“ und war als wagemutiger Sprinter bekannt. Etwas, das ich gut nachvollziehen kann. Mit all diesen wunderbaren Geschichten aus dem Schuhkarton gründete ich die Firma Kalkman Food. Aus der Straße, in der meine Eltern lebten und in der ich geboren wurde. Manche Dinge im Leben wiederholen sich, und man erinnert sich an Vergangenes. Ich glaube, Opa Chris hätte die Idee gefallen, dass es jetzt Radsportnahrung mit seinem Namen gibt. Wir sind stolz auf die Geschichte und die Marke, die wir aufbauen.
