Zum Inhalt springen

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

Artikel: Dorien Cramer spricht über ihren Steppenwolf – ein 500 km langes Ultra-Gravel-Rennen.

Dorien Cramer vertelt over haar Steppenwolf - 500km ultra gravel

Dorien Cramer spricht über ihren Steppenwolf – ein 500 km langes Ultra-Gravel-Rennen.

Dorien Cramer

Hockey, Unihockey oder Laufen – Dorien Cramer ist seit ihrer Kindheit sportbegeistert. Nach einigen Radurlauben entdeckte sie schließlich ihre Leidenschaft fürs Radfahren. Lange Strecken, inmitten der Natur und ganz allein. Grund genug, an einer Tour von Berlin nach Usedom und zurück teilzunehmen. Dorien erzählt uns von den Vorbereitungen und der mentalen Stärke, die nötig sind, um den Steppenwolf zu bezwingen.

Der Steppenwolf ist ein 550 Kilometer langes Rennen, bei dem die Teilnehmer für ihre Verpflegung und Unterkunft selbst sorgen. Etwa eine Woche vorher erhalten sie eine detaillierte Streckenkarte. Anhand dieser Karte können sie die besten Rastplätze auswählen und so ihren individuellen Rennverlauf planen. Der Steppenwolf ist bekannt für seine Inklusivität und schafft eine interessante Trennlinie zwischen ambitionierten Gravelbikern und Freizeitradlern. Das sollte die Leistung jedoch nicht schmälern, da 25 % der Teilnehmer das Ziel nicht erreichten.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Vier Monate lang trainierte Dorien gemeinsam mit ihrem Trainer Sjoerd Jansman für diese Herausforderung. Ihre Freizeit war mit sechs Trainingstagen pro Woche ausgefüllt: fünf Tage Radfahren und einen Tag Krafttraining, um mit ihrem rasanten Fortschritt Schritt zu halten. Dorien fuhr während ihres Trainings bis zu sieben Stunden Rad. Das konnte sie problemlos mit Snacks während des Trainings und einer größeren Mahlzeit im Anschluss bewältigen. Daher empfand sie das Training vor dem Rennen weder als anstrengend noch als riskant. Durch die Zufuhr von Lebensmitteln wie Brot, Bananen, Müsli und verschiedenen Gels hatte sie genügend Energie, um ihr Training problemlos zu absolvieren.

Dorien hatte für Steppenwolf keinen detaillierten Ernährungsplan erstellt, außer auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen herzhafter Kost und Kalkman Bites oder anderen Gels zu achten. Zu den herzhaften Mahlzeiten gehörten Brot und Bananen für unterwegs sowie Pommes frites am Abend. Für den Beginn des zweiten Tages hatte sie Haferflocken mitgebracht. Diese sollten sowohl schnell Energie liefern als auch gut sättigen, um Übelkeit vorzubeugen.

Je näher der Wettkampf rückte, desto mehr Probleme traten auf. Die Anstrengung der letzten Zeit hatte zu Schmerzen geführt. Ein einziger Tag Krafttraining reichte nicht aus, um ihre überentwickelten Beine und ihre Fitness zu erhalten. Schmerzen in Ellbogen und Rücken verschlimmerten sich, und eine Untersuchung beim Physiotherapeuten brachte schlechte Nachrichten. Man riet ihr, das Training vorerst einzustellen, um ihrem Körper Zeit zur Erholung zu geben. Obwohl Dorien die Logik dahinter verstand, ignorierte sie den Rat und trainierte auf eigene Faust weiter. Der Wettkampf stand unmittelbar bevor, und nach monatelangem Training wollte sie jetzt nicht aufgeben.

Die letzten Wochen vor dem Event sind die anspruchsvollsten. Fahrradtests müssen durchgeführt, die gesamte Ausrüstung ausgewählt und die Schlafmöglichkeiten – soweit machbar – festgelegt werden. Da Dorien zum ersten Mal teilnimmt, holt sie sich Rat von erfahrenen Fahrern. So hat sie sich beispielsweise mit einem ehemaligen Soldaten beraten, um herauszufinden, wie es ist, an seine Grenzen zu gehen und wie man das am besten angeht.

Die Denkweise muss überwinden

Man kann alles bis ins kleinste Detail planen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, doch es gibt immer Aspekte, die man nicht vorhersehen kann. Leider erging es Dorien genauso. Nach den ersten 150 Kilometern wurde ihr übel. Trotz ihres Ernährungsplans, der ihr sowohl ausreichend Energie liefern als auch Übelkeit vorbeugen sollte – was während des Trainings schwierig ist –, fühlte sie sich in Topform. Ihre Beine waren zwar noch in Bestform, aber ihr Magen reagierte anders. Deshalb aß sie eine große Mahlzeit, in der Hoffnung, das wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Leider ging das nach hinten los, und sie musste das Rennen in einem deutlich langsameren Tempo als gewünscht beenden. Der Plan, die ganze Nacht durchzufahren, war nicht mehr umsetzbar, und das fiel ihr schwer. Nachdem sie entmutigt und weinend auf ihrem Fahrrad gesessen hatte, beschloss sie, die Nacht in einer Wanderhütte zu verbringen und sich zu erholen.

„Das war ein blinder Fleck für mich. Ich habe es nicht als wirkliches Risiko wahrgenommen. Übermüdung und Energielosigkeit waren für mich ein viel größeres Risiko“, sagte Dorien. Aufgeben kam jedoch nicht in Frage. Trotz des Rückschlags schaffte sie es, das Rennen in vier Tagen zu beenden. Der Druck des Trainings sorgte dafür, dass sie auch mental auf die Herausforderung vorbereitet war. Die vielen Trainingsstunden und die Disziplin formten letztendlich eine Frau, die sich souverän behaupten kann.

Trotz des Rückschlags sagt Dorien, dass ihr der Prozess gefällt. Die Gratwanderung zwischen Freude am sportlichen Wettkampf und Überforderung war für sie ein wichtiger Antrieb, weiterzumachen. Die stetigen Fortschritte motivierten sie, jeden Tag wieder aufs Rad zu steigen und Kilometer zu sammeln. Sie sieht den Steppenwolf als wertvolle Lernerfahrung, die sie bei ihrem nächsten Wettkampf anwenden kann. In den kommenden Wochen bereitet sie sich auf einen Triathlon vor und plant vielleicht später sogar einen Gravel-Ultra.

Möchten Sie mehr erfahren?

https://steppenwolf-berlin.de/

https://dorienfietst.wordpress.com/